René FERRACCI
René Ferracci (1927–1982) ist einer der großen Plakatkünstler des französischen Kinos der Nachkriegszeit. Nach seiner Ausbildung an der École Estienne, wo er Gravur studierte, trat er 1949 als Werbeleiter bei MGM ein und wurde anschließend Art Director bei Filmsonor-Cinédis. Sehr schnell prägten sein klarer Strich, seine synthetischen Kompositionen und sein Sinn für Emblematik eine sofort erkennbare Bildsprache: Ein Gesicht, ein Zeichen, eine Farbe – schon genügten diese Elemente, um den Geist eines Films auf den Punkt zu bringen. Ihm verdanken wir Bilder, die zu Ikonen geworden sind, von Jean-Pierre Melvilles Le Samouraï über Luis Buñuels Le Charme discret de la bourgeoisie bis hin zu Alain Resnais' Providence und Jean-Jacques Beineix' Diva. Ferracci modernisiert das französische Plakat, indem er es der visuellen Identität zwischen Werbekunst und grafischer Poesie annähert, und bedient sowohl europäische Autoren (Fellini, Visconti, Truffaut) als auch das populäre Kino. Sein umfangreiches Werk schlug eine Brücke zwischen der illustrativen Tradition und den Trends der 1970er- und 1980er-Jahre und ebnete den Weg für eine neue Generation von Plakatkünstlern. Er starb vorzeitig im Alter von 54 Jahren und erhielt 1986 posthum einen Ehren-César für sein Gesamtwerk. Seine Plakate, die bei Sammlern sehr begehrt sind, bleiben eine visuelle Erinnerung an das Kino.
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